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MDK Prüfergebnis

Note 1 für die Ökumenische Sozialstation Speyer e.V.

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Zitiert

Eine Welt in Tüten 

- Ein Plädoyer für die Pflegeberufe – von Patricia Vögeli

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Hospiz macht Schule

Seit 2017 führen wir als AHPB das Projekt Hospiz macht Schule an Grund- und Förderschulen durch.

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Eine Welt in Tüten 

- Ein Plädoyer für die Pflegeberufe – von Patricia Vögeli

 

patricia voegeli
Foto: Lenz

Eine Welt in Tüten beschreibt meine mittlerweile elfjährige Erfahrung als Hauswirtschafts – und Betreuungskraft. In den Medien und der Presse wird, teilweise auch zu Recht, viel Negatives berichtet über den Stand der Pflegeberufe. Folglich ist es kein Wunder, wenn die junge Generation keine Lust hat sich für pflegerische oder soziale Berufe ausbilden zu lassen. Da beißt sich die Katze in den Schwanz: denn wir brauchen Leute, die engagiert und auch mit Freude, die Alten und Kranken unterstützen, damit sie am Ende eines arbeitsreichen und oft noch Kriegs – und Nachkriegszeitgeprägten Lebens eine würdevolle und fantasiereiche Welt noch erleben, die ein Gefühl geben kann von: „bei allen Zipperlein und Leiden ist das Leben doch noch schön, auch weil ich nicht alleine bin!“

„Eine Welt in Tüten“ meint und beschreibt wie viele alte Menschen am Ende „ aufräumen“ : Nicht weil es schmutzig oder unordentlich ist, sondern um den Kindern und Enkelkindern die Arbeit zu erleichtern, wenn sie nicht mehr sind.

In Tüten verpackt habe ich so viele jahrzehntelang gehegte und gepflegte kleine und große Schätze, mit wertvollen Hintergrundgeschichten raus – und fortgeschleppt , dahin wo aller Wert verloren geht. Tütenweise Welt und tütenweise Leben!

Doch es gibt mehr als diese Welt in Tüten: Hinter jeder Haustür, die ich öffne, geht ein Raum auf, den ich mitfüllen und auch mitfühlen kann als Pflege – oder Betreuungskraft. Bei jedem Besuch besteht die Chance ein Leben zu würdigen: Ängste und Sorgen anzuhören und Hilfe zu leisten, praktisch und vielfältig zu unterstützen, Erinnerungen zu teilen und nicht selten wendet sich das Blatt, wenn ein sorgenvolles Herz leichter wird und Platz geschaffen ist für das Lachen und die Fantasie.

Ohne Frage es ist keine leichte Arbeit, aber sie ist lohnenswert: Bei aller Kraft die ich lasse, gewinne ich dazu, wenn ich taube schmerzende Hände massiere und dabei sein kann, wenn vielleicht auch nur für kurze Zeit wieder Leben in die Finger strömt, die jahrelang den Garten liebevoll und kraftaufwendend gehegt und gepflegt haben…Wenn wir uns zu dritt kaputt lachen, weil wir vorne den Holzofen in der Küche schön aussaugen und von allem Ruß befreien, der am Ende beim Umdrehen komplett hinter uns, aus dem kaputten alten Staubsauger, in großen schwarzen Wolken wieder ausgepufft sich im Raum ausdehnt.

Was kann ich lernen von den „Alten“, die offiziell keine Stimme mehr haben, wenn wir gemeinsam einen großen Garten auf Vordermann bringen und am Ende im Frühling alles prachtvoll in der Blüte steht.. Mein erster Christstollen nach Elfriedes Rezept gebacken – für Freunde und Familie war er der Renner an Weinachten 2018, auch wenn die erfahrene Bäckerin weiß : es geht noch besser! Man muss ihn länger kneten bis er glänzt wie Speck! Und nächstes Jahr werde ich ihn speckig kneten.. Wieviel gewinne ich zurück, wenn ich empfangen werde mit Kaffee und warmen Brötchen und die netteste betagte Lady mit mir rauchend am Küchentisch plauscht, bevor der Besen geschwungen wird!

Das ist ein Bruchteil von unzähligen Momenten, die ich täglich erlebe und auch nach elf Jahren kann ich sagen: es lohnt sich! Ich fühle mich gestützt und bestärkt durch die ökumenische Sozialstation, von der aus ich frühmorgens starte und oft mit „vollen Tüten“ kleiner Erfolge und netter, lustiger Anekdoten zurückkehre. Die regelmäßigen Fortbildungen und Gespräche im Team, der gute Kontakt untereinander und mit der Leitung, geben mir eine gute Basis für meine Aufgaben. Auch da sehe ich eine Wertschätzung, die einer solchen Arbeit gerecht wird!

Im Sommer diesen Jahres gibt es eine 45- jährige Jubiläumsfeier der Ökumenischen Sozialstation, dafür wird ein Liedtext gesucht und so möchte ich schließen mit einer Strophe meiner Variante, die für mich persönlich den Wert der Arbeit kurz umfasst, denn es gibt mehr als eine Welt in Tüten und es lohnt sich eine Arbeit am Menschen zu wählen:

 

Wir reden über die schöne alte Zeit

über den Krieg, die Sonntagsküche auch die Kinder und den Schmerz im Bauch

und dann über ihr schönes Hochzeitskleid.

Wir lachen, weinen, schweigen dann

in den Arm nehm‘ ich sie irgendwann,

da geht’s schon wieder weiter.

Sie winkt mir noch am Fenster zu

und lächelt – auch ich komm‘ zur Ruh -

es lohnt sich immer wieder, denke ich!

( Patricia Vögeli )